PAH3
Porsche Automobil Holding SESum-of-the-Parts / NAV
Porsche SE ist eine reine Beteiligungsholding ohne eigenes operatives Geschäft – ein Konzern-DCF wäre gegenstandslos. Primäres Modell ist der Net-Asset-Value aus VW-Anteilen, Porsche-AG-Anteil und Restportfolio abzüglich Nettoverschuldung, mit strukturellem Holding-Abschlag. Graham-Dodd wird bewusst verworfen (Spanne 13,60–94,08 € je nach Ergebnisgröße – kein belastbares Signal).
Setup-Logik & CRV
Setup-Logik
Kurzfristig neutral, langfristig bärisch: Kurs knapp über SMA50 (28,20 €), aber 12,5% unter SMA200 (32,47 €), Death Cross seit 18.03.2026 weiter aktiv. Die Ad-hoc-Prognosesenkung vom 18.09. wurde vom Kurs kaum verarbeitet (-1,1%), während der Holding-Abschlag mit 33,8% exakt im historischen Normalbereich liegt (Mai 2025: 33,4%).
CRV & Risiko-Check
Bei Entry nahe dem Tagestief und Stop unter dem Jahrestief (26,84 €) ergibt sich bis zur 50%-Fibonacci-Marke (30,38 €) ein CRV von rund 1,3:1 – durch den Widerspruch zwischen bärischem Daily- und bullischem Wochen-Regime-Backtest ist die Setup-Qualität nur mittelmäßig.
Handelsmarken
Stop unter dem Jahrestief (26,84 €), TP1 an der 50%-Fibonacci-Marke, TP2 an der Daily-SMA200 (Widerstandszone). Konter-Trend-Versuch gegen den intakten langfristigen Abwärtstrend – entsprechend kleinere Positionsgröße.
Kontext-Check (Makro)
Der VIX steht bei 15,45 (entspannt, unterer Rand der Normalzone) und die 10-jährige Bundrendite bei 3,49% (historisch erhöht) – der Kursrückgang ist ein reines Einzeltitel-/Sektorthema, kein Risk-off-Ereignis. Das erhöhte Zinsniveau belastet die Holding aber doppelt: über die Diskontierung künftiger Beteiligungserträge und über die Zinslast auf knapp 5,0 Mrd. € Nettoverschuldung.
Nächster Katalysator: Quartalsmitteilung Q3 2026 am 10.11.2026, davor VWs eigener Q3-Bericht mit der verbuchten Goodwill-Abschreibung.
Der Devil's Advocate
„Der 33,8%-Abschlag ist keine Chance, sondern die Konstante – wer hier auf eine Verengung wettet, wettet gegen die eigene Historie der Aktie.“
Die Prognosesenkung kam am Analysetag selbst, zwölf Minuten vor Handelsschluss, und wurde vom Kurs kaum verarbeitet (-1,1%). Der volle Effekt könnte erst folgen, wenn Analysten ihre Modelle nach der Ad-hoc-Meldung aktualisieren – der Konsens von 35,62 € stammt noch von vor der Senkung.
33,8% NAV-Abschlag liegt praktisch exakt auf dem Niveau von Mai 2025 (33,4%). Es gibt keinen erkennbaren strukturellen Grund, warum er sich verengen sollte – im Gegenteil: Seit dem 22.06.2026 ist die Aktie aus dem DAX in den MDAX zurückgefallen, was den passiven Nachfragesockel eher verkleinert.
Der Daily-Backtest wertet den aktiven Death Cross negativ, die Langfrist-Regime-Auswertung exakt denselben Zustand positiv. Beide Stichproben sind methodisch angreifbar (kleine Fallzahl hier, überlappende Fenster dort) – das ist explizit kein verlässliches Signal, sondern Unsicherheit, die eher für Vorsicht als für eine Long-Position spricht.
Interaktiver NAV-Rechner
| Position | Wert |
|---|
Basis: VW-Stamm-/Vorzugsaktien 12.184 Mio. €, Porsche-AG-Anteil 5.237 Mio. € (Proxy: Vorzugskurs P911.DE), übriges Portfolio 700 Mio. € (Schätzung), Nettoverschuldung 4.982 Mio. €, 306,25 Mio. Aktien. Stand 18.09.2026.
| Marktkap. | 8.704 Mio. € |
| KBV (At-Equity-Basis) | 0,24x |
| NAV-Abschlag | 33,8% |
| Netto-NAV / Aktie | 42,90 € |
| Dividendenrendite | 5,3% |
| Analysten-Rating | Hold (10 Analysten) |
| Kursziel-Median | 35,62 € (Stand 07.09., vor Prognosesenkung) |
Die Daily-Kreuzungssignale funktionieren bei PAH3 lehrbuchmäßig (Death Cross 20 Tage: -2,94% vs. Baseline +0,46%), das Weekly-Langfrist-Regime kehrt das Vorzeichen jedoch um: Im aktuell aktiven Abwärts-Regime (SMA100<200) lag die durchschnittliche 52-Wochen-Rendite historisch bei +10,75% (54,6% Trefferquote) gegenüber -5,72% im Aufwärts-Regime – bei kleiner effektiver Stichprobe (~10 unabhängige Fenster).